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Freiheitsanalyse

ulrichgutdeutsch
10. Sept.
1 Min. Lesezeit

Freiheit sei nicht möglich, liest und hört man immer wieder, weil auch wir Teil der Welt sind und in der Welt alles, was passiert, entweder seine Ursache hat, oder zufällig ist. Wenn meine Handlungen eine Ursache haben, sind sie ja dadurch bedingt und nicht frei. Und nur die Handlungen von mir für frei zu halten, die rein zufällig ohne Grund passieren, widerspricht auch meinem Ideal von Freiheit. Wenn ich mich dafür entscheide, einen Menschen zu heiraten, und dabei meinen müsste, dass die Entscheidung eine rein zufällige oder eine unfreie ist, fühlt sich das für mich falsch an.

Es kommt also darauf an, ob ich Gründe für mein Handeln haben kann, ohne dass mich diese Gründe zwingend beherrschen. Wenn ein Kind nach seiner Milch schreit, hat es einen Grund und ist aber dadurch völlig beherrscht und somit nicht frei. Was ist aber, wenn ich aber erkenne, aus welchem Grund ich dies oder jenes tun will, mir meiner Motive also bewusst werde? Dann kann ich doch auf jeden Fall bewusstere Entscheidungen treffen.

Somit hat die Freiheit damit etwas zu tun, dass ich etwas erkennen kann, zum Beispiel meine eigenen Gründe, irgend etwas zu tun. Die Frage der menschlichen Freiheit und die Frage der menschlichen Fähigkeit zur Erkenntnis hängen direkt miteinander zusammen. Wenn man sich für die Freiheit interessiert, macht es also Sinn, sich auch damit zu beschäftigen, worin die Möglichkeit des Menschen besteht, über die Welt und über sich etwas herauszufinden, etwas zu erkennen.


Und die Entwicklung der Menschen hin zu einem wahrhaft, insbesondere auch innerlich freien Tun und Lassen halte ich für eine notwendige Grundlage einer friedlicheren Zukunft.

 
 
 

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©2023 Ulrich Gutdeutsch

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